Das Wichtigste in Kürze
- Im Altbau sind Maße, Leitungen und Untergründe oft anders als geplant. Das genaue Aufmaß vor Ort ist deshalb Pflicht.
- Elektro, Wasser, Abluft, Trockenbau, Boden und Wand sind die häufigsten Gewerke.
- Die Küchenmontage kommt zuletzt, wenn Wände, Böden und Anschlüsse fertig sind.
- Wandentfernung und Durchbrüche brauchen eine Prüfung der Statik und oft eine Zustimmung.
- Lieferzeit der Küche und Handwerkertermine müssen aufeinander abgestimmt werden.
- Eine genaue Bestandsaufnahme vor der Bestellung verhindert teure Änderungen.
Was im Altbau anders ist
Ein Altbau hält häufig Überraschungen bereit. Wände stehen nicht im rechten Winkel, Böden sind uneben, und Leitungen verlaufen anders, als es der Plan vermuten lässt. Das macht einen Umbau nicht unmöglich, verlangt aber mehr Sorgfalt in der Planung. Ob eine Renovierung oder eine Neuplanung sinnvoller ist, zeigt der Beitrag Küche renovieren oder neu kaufen?.
- Schiefe Wände und unebene Böden erfordern Anpassungen an Schränken und Arbeitsplatte.
- Elektro- und Wasserinstallation sind oft älter und müssen für neue Geräte angepasst werden.
- Altes Material kann Schadstoffe enthalten. Das klärt ein Fachbetrieb vor dem Rückbau.
- In Mehrfamilienhäusern gelten zusätzliche Absprachen mit Eigentümer oder Verwaltung.
Aufmaß und Bestandsaufnahme
Im Altbau reichen grobe Maße nicht. Das verbindliche Aufmaß nimmt der Küchenplaner vor Ort, bevor etwas bestellt wird. Dabei werden Wände, Höhen, Anschlüsse und Unebenheiten erfasst. Alles, was Sie vorab sammeln können, beschleunigt die Planung. Eine Liste dazu finden Sie in der Checkliste vor dem ersten Beratungsgespräch.
- Grundriss oder Skizze mit allen Maßen
- Fotos von Wänden, Decke, Boden und Anschlüssen
- Lage von Sicherungskasten, Wasserabsperrung und Steigleitungen
- Alter und Zustand von Elektro- und Wasserinstallation, soweit bekannt
- Hinweise auf Denkmalschutz oder Auflagen des Hauses
Die Gewerke im Überblick
Je nach Umfang arbeiten mehrere Betriebe nacheinander. Diese Gewerke kommen häufig vor:
- Rückbau: Entfernung der alten Küche und, falls geplant, von Wänden oder Verkleidungen
- Elektro: neue Stromkreise, Steckdosen und Anschlüsse für Herd und Geräte
- Sanitär: Wasser- und Abwasseranschlüsse für Spüle und Spülmaschine
- Abluft: Kanal und Durchbruch nach draußen, falls Abluft geplant ist
- Trockenbau, Putz und Estrich: ebene Wände und Böden als Basis
- Maler, Fliesen und Bodenbelag: Flächen vor der Küchenmontage fertigstellen
- Küchenmontage: Möbel, Arbeitsplatte, Geräte und Anschlüsse

Wenn Sie Abluft planen, finden Sie die wichtigsten Punkte im Beitrag Kochfeldabzug und Muldenlüfter. Wir koordinieren bei Bedarf die beteiligten Gewerke und stimmen sie auf die Küchenplanung ab.
Die richtige Reihenfolge
Die Reihenfolge ist wichtiger als jedes einzelne Gewerk. Sie folgt einer einfachen Logik: erst alles, was in der Wand und im Boden liegt, dann die Flächen, zuletzt die Küche.
- 1. Bestandsaufnahme und Planung
- 2. Rückbau
- 3. Rohinstallation: Elektro, Wasser, Abwasser, Abluft
- 4. Trockenbau, Putz und Estrich
- 5. Maler, Fliesen und Boden
- 6. Küchenmontage und Anschlüsse
- 7. Abnahme
Wand, Statik und Zustimmung
Wer eine Wand entfernen oder einen Durchbruch setzen möchte, muss vorher die Statik prüfen lassen. Bei tragenden Wänden entscheidet ein Statiker. In Mehrfamilienhäusern benötigen Sie in der Regel die Zustimmung von Eigentümer, Verwaltung oder Vermieter. Bei Denkmalschutz können zusätzliche Vorgaben gelten. Planen Sie diese Schritte früh ein, denn sie können Zeit kosten.
Zeitplan und Koordination
Der Zeitplan hängt an zwei Dingen: an den Handwerkern und an der Lieferzeit der Küche. Beides muss zusammenpassen, damit die Montage direkt nach den Vorarbeiten erfolgen kann. Wie der Weg vom Erstgespräch bis zur Übergabe aussieht, steht im Beitrag Küche kaufen: Der Ablauf vom Erstgespräch bis zur Übergabe. Welche Faktoren das Gesamtbudget bestimmen, erklärt der Beitrag Was kostet eine Einbauküche?.
Tipp für den Zeitplan
Planen Sie für die Zeit des Umbaus ein Provisorium ein, etwa eine kleine Kochstelle und eine Spülmöglichkeit an anderer Stelle der Wohnung.


