Das Wichtigste in Kürze
- Die Arbeitsplatte liegt idealerweise 10 bis 15 cm unter dem Ellenbogen. Serienküchen werden meist mit 90 bis 94 cm geliefert. Geplant wird aber nach Körpergröße, je nach Person zwischen 82 und 106 cm.
- Unterschränke und Arbeitsplatten sind meist 60 cm tief, Hängeschränke etwa 35 cm.
- Zwischen Arbeitsplatte und Hängeschrank liegen in der Regel 50 bis 60 cm.
- Gänge zwischen Zeile und Insel sollten auf der Arbeitsseite mindestens 100 cm, besser 120 cm breit sein.
- Geräte haben genormte Einbaunischen. Die genauen Maße stehen in der Einbauanleitung des Herstellers.
Arbeitshöhe: das wichtigste Maß der Küche
Eine zu niedrige Arbeitsplatte führt zu einem krummen Rücken, eine zu hohe zu verspannten Schultern. Serienküchen werden meist mit einer Arbeitshöhe von 90 bis 94 cm geliefert. Das ist ein Lieferstandard und keine Planungsempfehlung: Für kleinere Menschen ist er oft zu hoch, für große deutlich zu niedrig. Als Faustregel gilt: Stellen Sie sich aufrecht hin und winkeln Sie den Unterarm an. Die Arbeitsplatte sollte etwa 10 bis 15 cm unter dem Ellenbogen liegen. Die folgenden Werte sind Richtwerte für die Gesamthöhe inklusive Arbeitsplatte.
Die Arbeitshöhe ist kein einzelnes Bauteil, sondern die Summe aus drei Maßen: dem Sockel, dem Korpus des Unterschranks und der Stärke der Arbeitsplatte. Üblich sind etwa 10 bis 15 cm Sockel, 72 bis 78 cm Korpus und 1,5 bis 4 cm Arbeitsplatte. Weil sich jedes dieser Maße ändern lässt, ist die Arbeitshöhe in kleinen Schritten planbar: über einen höheren Sockel, eine Korpus-Sonderhöhe oder eine dickere Platte. Wie weit das geht, unterscheidet sich je Hersteller. Auch das Material wirkt mit, denn Keramik und Dekton gibt es sehr dünn, während Massivholz und Naturstein höher bauen.
Nicht jeder Bereich muss gleich hoch sein. Am Kochfeld arbeiten viele lieber etwas tiefer, weil Töpfe und Pfannen zusätzliche Höhe mitbringen. Die Spüle darf dagegen etwas höher liegen, weil Sie dort ins Becken hineingreifen statt auf die Platte. Welche Spülen es gibt, zeigt der Beitrag Einbauspüle im Vergleich. Kochen zwei unterschiedlich große Personen, lässt sich die Höhe auch bereichsweise anpassen, etwa mit einer höheren Insel. Solche Sonderhöhen müssen vor der Bestellung feststehen, nachträglich lässt sich daran nichts mehr ändern.

Tiefen von Schränken und Arbeitsplatte
Die meisten Küchen bauen auf einem Standardmaß von 60 cm Tiefe auf. Darauf sind Einbaugeräte, Spülen und Kochfelder ausgelegt. Wer mehr Arbeitsfläche möchte, kann tiefer planen.
Eine tiefere Arbeitsplatte mit 65 bis 80 cm bietet mehr Platz für Kleingeräte an der Wand und lässt trotzdem eine freie Arbeitsfläche davor. Dahinter passen tiefere Schränke mit mehr Stauraum. Prüfen Sie aber, ob der Raum die zusätzlichen Zentimeter hergibt, vor allem bei zweizeiligen Küchen. Was sich durch die zusätzliche Tiefe ändert:
- Die berechnete Arbeitshöhe bleibt gleich. Sie richtet sich nach Ihrer Körpergröße, nicht nach der Tiefe der Platte.
- Der Blick auf die Arbeitsfläche wird freier, weil Sie weiter vom Hängeschrank entfernt stehen.
- Ab etwa 75 bis 80 cm Tiefe können Hängeschränke tiefer hängen, ohne beim Arbeiten im Weg zu sein.
- Kleingeräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine stehen an der Rückwand. Davor bleiben die üblichen 60 cm Arbeitstiefe frei.
- Spüle und Kochfeld gehören nicht ganz nach hinten, sonst beugen Sie sich bei jedem Griff weit vor.
Abstände nach oben: Hängeschrank und Dunstabzug
Zwischen Arbeitsplatte und Hängeschrank liegen meist 50 bis 60 cm. So stoßen Sie beim Arbeiten nicht mit dem Kopf an und erreichen das obere Fach trotzdem ohne Tritt. Bei großen Menschen planen wir den Abstand eher am oberen Ende.
- Arbeitsplatte bis Unterkante Hängeschrank: 50 bis 60 cm
- Kochfeld bis Dunstabzugshaube: nach Herstellerangabe, bei Elektro und Induktion meist 55 bis 65 cm, bei Gas in der Regel mindestens 65 cm
- Oberkante Hängeschränke und Hochschränke möglichst auf einer Linie, das wirkt ruhiger

Abstände im Raum: Gänge, Insel und Arbeitsflächen
Auch zwischen den Schränken braucht es Platz. Geöffnete Auszüge, Geschirrspüler und Backofentüren ragen weit in den Raum. Diese Richtwerte haben sich bewährt:

Einbaumaße von Geräten
Einbaugeräte passen in genormte Nischen. Das erleichtert später auch den Austausch. Die folgenden Werte sind gängige Nennmaße. Maßgeblich ist immer die Einbauanleitung des jeweiligen Geräts.
Planen Sie Backofen und Kompaktgeräte in einem Hochschrank, liegt die Mitte des Backofens idealerweise etwa auf Ellenbogenhöhe. Dann heben Sie schwere Bleche ohne Bücken heraus. Ob ein Dampfgarer oder Kombidämpfer für Sie sinnvoll ist, zeigt der Beitrag Dampfbackofen oder klassischer Backofen.



